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BRCA1/2 Was man tun kann

Hier erfährst du mehr über ein mögliches intensiviertes Früherkennungsprogramm und vorbeugende Maßnahmen.

Informationen für gesunde Betroffene (Previvors)

Previvors sind Menschen, die z. B. eine Mutation im BRCA1- oder BRCA2- Gen haben und (noch) nicht an Krebs erkrankt sind. In dieser Situation ist es wichtig, Handlungsmöglichkeiten zu verstehen. Nur so kann man die richtigen Entscheidungen für sich selbst zu treffen.

Ein Austausch mit anderen Betroffenen kann guttun, denn nur Betroffene können nachempfinden, wie es einem in dieser Situation geht. Erfahrungswissen ist wertvoll. Oft sind es die Geschichten von Betroffenen, die helfen, mit der eigenen Situation besser klarzukommen. Ein Austausch zeigt oft auch auf, welche Möglichkeiten man in dieser belastenden Situation hat.

Das BRCA-Netzwerk Deutschland bietet Online-Gesprächskreise an. Hier gibt es Gesprächskreise, die sich an Previvors richten: https://www.brca-netzwerk.de/kontakt/online-gespraechskreise. Die Teilnahme ist kostenlos, Personen aus Österreich sind herzlich willkommen. In diesem geschützten Rahmen wird u. a. über Chancen, Ängste, Risiken und Erfahrungen gesprochen.

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Intensiviertes Früherkennungsprogramm für Frauen

In Österreich kann man an einem intensivierten Früherkennungsprogramm teilnehmen. Folgende Untersuchungen werden für Frauen mit einer Mutation in den Genen BRCA1 oder BRCA2 empfohlen:

Brustkrebs

  • ab dem 18. Lebensjahr: jährlich eine gynäkologische Untersuchung inkl. Palpation (= ärztliche Brustuntersuchung)
  • ab dem 25. Lebensjahr: jährlich eine MRT (Magnetresonanztomografie)
  • ab dem 35. Lebensjahr: jährlich eine Mammografie
  • Brustultraschall: kann bei Bedarf durchgeführt werden

Eine monatliche Selbstuntersuchung der Brust ist generell für alle Frauen im Rahmen der Brustkrebsvorsorge empfohlen und daher natürlich auch für Trägerinnen einer BRCA1 oder BRCA2 Mutation sinnvoll.

Durch dieses intensivierte Früherkennungsprogramm können Brustkrebsfälle früher erkannt werden.

Eierstockkrebs

Derzeit gibt es keine zuverlässige Methode, Eierstockkrebs früh zu erkennen. Trotzdem werden folgende Untersuchungen empfohlen:

  • ab dem 35. Lebensjahr: jährlich ein Vaginal-Ultraschall
  • ab dem 35. Lebensjahr: jährliche Tumormarkerbestimmung (CA-125, Blutabnahme). Tumormarker sind Stoffe, die z. B. im Blut nachweisbar sind. Sie können ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Ein erhöhter Wert bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Umgekehrt kann auch bei Werten im Normbereich eine Krebserkrankung nicht völlig ausgeschlossen werden.

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Mögliche vorbeugende Maßnahmen für Frauen

Brustkrebs: Entfernung des Brustgewebes

Das intensivierte Früherkennungsprogramm hat das Ziel, Brustkrebs so früh wie möglich zu entdecken. Möchte man das Erkrankungsrisiko zusätzlich senken, kann man sich das Brustgewebe entfernen lassen. Diese Operation wird von Fachärzt*innen oft als „prophylaktische bilaterale Mastektomie“ bezeichnet. „Prophylaktisch“, weil es sich um einen vorbeugenden Eingriff handelt. „Bilaterale Mastektomie“ bezeichnet die Entfernung des Brustgewebes auf beiden Seiten.

Ziel der Operation ist, möglichst viel Brustdrüsengewebe zu entfernen. Durch die Entfernung des Brustgewebes wird das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um mehr als 90 % verringert. Da es nicht möglich ist, bei diesem Eingriff das gesamte Drüsengewebe zu entfernen, kann es in seltenen Fällen trotzdem zum Auftreten einer Brustkrebserkrankung kommen.

Wiederaufbau der Brust

Der Wiederaufbau der Brust kann mit Implantaten oder eigenem Gewebe durchgeführt werden. Die häufigste Methode ist die sogenannte hautsparende Brustdrüsenentfernung in Kombination mit einem sofortigem Wiederaufbau mit Implantaten. Der Hautmantel bleibt erhalten, oft kann auch die Brustwarze erhalten bleiben.

Es gibt auch Frauen, die sich bewusst gegen einen Wiederaufbau entscheiden.

Wir haben hier Websites und Broschüren aufgelistet, die weitere Informationen zu diesen Themen bieten.

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Eierstockkrebs: Entfernung der Eierstöcke und Eileiter

Wie eingangs erwähnt, gibt es derzeit keine Möglichkeit, Eierstockkrebs früh zu erkennen. Drei von vier Eierstockkrebserkrankungen werden laut Deutscher Krebshilfe erst sehr spät entdeckt. Durch eine vorbeugende Entfernung der Eierstöcke und Eileiter kann das Krebsrisiko auf etwa 1 % gesenkt werden.

Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, ist bei Frauen mit einer BRCA1 -Mutation ab dem 40. Lebensjahr bzw. mit einer BRCA2-Mutation ab dem 45. Lebensjahr erhöht. Daher ist die Empfehlung von Expert*innen, eine vorbeugende Operation ab diesem Lebensjahr vorzunehmen.

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Früherkennung bei Männern

Männer sollten ihre Brust regelmäßig abtasten. Ein Brustultraschall kann im Rahmen einer ärztlichen Brustuntersuchung jährlich durchgeführt werden. Zudem wird empfohlen, dass Männer ab dem 40. Lebensjahr jährlich zu einer Prostatavorsorgeuntersuchung gehen.

Zusätzlich gilt für alle Personen: Eine jährliche Muttermalkontrolle ab dem 18. Lebensjahr sowie die von der Krebshilfe Österreich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen, sollten durchgeführt werden. Zudem können – je nach familiärer Geschichte – andere Maßnahmen von Ärzt*innen vorgeschlagen bzw. angedacht werden.